Anfang April ist bei meiner alten Adresse Post von einem Rechtsanwalt aus Karlsruhe eingetroffen. Ich soll am 10.06.2007 um 14:49:34 Uhr unter der IP 87.234.194.xxx die Datei Two.Worlds.GERMAN-SiLENTGATE.part2.rar zum Upload angeboten haben.

Ich habe erstmal ein paar Stunden gebraucht um mir darüber klar zu werden, was mir hier vorgeworfen wird. Alleine wegen meinem beruflichen Hintergrund ist diese Unterstellung schon sehr merkwürdig. Ich kenne mich gut genug mit dem Internet und Tauschbörsen aus, um den Upload einer Datei zu verhindern. Hinzu kommt auch noch die Tatsache das ich zu diesem Zeitpunkt noch einen Internetanschluss mit fester IP Adresse hatte. Es wäre also schön blöd von mir gewesen über diesen illegale Sachen zu machen!

Ich habe mich daher dazu entschieden meinen Rechtsanwalt einzuschalten. Vorher hatte ich mich bereits im Internet schlau gemacht und mich ausgiebig in dieses Thema eingelesen. Auch hatte ich mir die Gerichtsurteile angeschaut, auf welche sich die Herren Schutt und Waetke in ihrer Abmahnung berufen. Hierzu konnte ich auch ein Gegenurteil finden. Ich hatte am Ende eine ganze DIN A4 Seite mit Fragen für meinen Anwalt zusammengestellt.

Der Termin beim Anwalt verlief dann besser als ich dachte. Am Anfang war er der Meinung, dass ich am besten einfach zahlen sollte. Damit wäre die Sache aus der Welt geschafft und es gäb keinen weiteren Ärger für mich. Ich habe ihm daraufhin aber meine Liste vorgelegt und meine Argumentation erörtert. Einige meiner Ansätze haben ihn offensichtlich so beeindruckt das wir uns am Ende dazu entschieden haben zu kämpfen.

Es bleibt nun also abzuwarten wie die Gegenpartei auf das Schreiben von meinem Anwalt reagiert. Ich werde sämtlichen Schriftverkehr nach Abschluss des Verfahrens hier auch öffentlich zugänglich machen. Dies dient dann hoffentlich anderen “Opfern” der Abmahn-Industrie als Grundlage auch zu kämpfen. Ich bin weiterhin zu 100% davon überzeugt, die mir zur Last gelegte Straftat nicht begangen zu haben. Auch weiß ich nun was es für ein scheiß Gefühl sein kann, zu Unrecht unter Beschuss zu stehen. Ich soll hier die Schuld für etwas eingestehen, was ich nicht getan habe und das verstößt gegen meine Auffassung von Gerechtigkeit.