Ubuntu
GRUB 2 Bootreihenfolge definieren
2Ich bin von einem Arbeitskollegen gefragt worden, wie man im GRUB 2 die Bootreihenfolge verändern kann. Er würde gerne als erstes sein Windows 7 booten lassen und nur bei Bedarf und von Hand den Eintrag für sein Ubuntu auswählen. Bei der vorherigen Version vom GRUB war das alles gar kein Problem gewesen. Hier konnte man einfach die menu.lst anpassen und fertig. Da es aber beim GRUB 2 keine menu.lst mehr gibt, wurde das ganze ein wenig komplizierter. Ich habe schließlich drei Möglichkeiten gefunden, dass ganze umzusetzen!
1. Startupmanager
Man kann sich über die Konsole (oder auch gerne das Software-Center) das Programm “Startupmanager” installieren. Einfach das Terminal starten und
sudo apt-get install startupmanager
eingeben. Nach der Installation kann man das Programm dann mit
sudo startupmanager
starten. Es ist natürlich auch unter System -> Systemverwaltung als Icon zu finden! Hier kann man nun per Dropdown-Feld das gewünschte Betriebssystem einstellen, welches zuerst gebootet werden soll!
2. grub.cfg anpassen
Hier kopiert man einfach den Starteintrag für das gewünschte Betriebssystem bzw. den gewünschten Kernel oberhalb des aktuellen Standardeintrags.
Der Nachteil an dieser Methode ist jedoch, das mit dem Befehl update-grub die Datei überschrieben wird. Danach muss man die Änderungen von Hand wieder neu einpflegen!
3. Skript anpassen
Die Skripte, welche die grub.cfg schreiben, sind im Verzeichnis /etc/grub.d zu finden. Die Zahlen vor dem eigentlichen Skriptnamen, spiegeln die Reihenfolge wieder, in der die Skripte abgearbeitet werden. Wenn wir nun als das Skript 30_os-prober vor das Skript 10_linux kopieren (z.B. 09_os-prober), wird zuerst das alternative Betriebssystem in der Liste des GRUB auftauchen und auch zuerst gebootet werden.
Nach dem Umbenennen muss man natürlich noch
sudo update-grub
ausführen, damit die grub.cfg neu geschrieben wird!
ACHTUNG: Änderungen am Bootloader erfolgen immer auf eigene Gefahr hin! Man kann sich damit auch den GRUB zerschießen. Dann hilft nur eine Neuinstallation des Bootloaders über eine Live-CD! Seit also bitte vorsichtig und schaut euch die Änderungen besser zweimal an, bevor ihr diese ausführt!
ASUS 1005PE & Ubuntu 9.10 Netbook Remix
5Ich habe mir vor ein paar Wochen ein Netbook gekauft. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich für das ASUS 1005PE entschieden. Es hat einen Atom N450 Prozessor, 1 GB Arbeitsspeicher und eine 250GB Festplatte. Für meine arbeiten vollkommen ausreichend. Als Betriebssystem wird Windows 7 Startet mitgeliefert. Die Festplatte ist direkt ab Werk bereits in zwei Partitionen unterteilt, eine mit 100GB und eine mit 120GB. Hinzu kommt noch eine 10GB große Recovery-Partition, um gegebenenfalls das Windows neu aufzuspielen.
Ich wollte nun aber nicht mit dem Standard Windows arbeiten und habe mich daher für ein Ubuntu 9.10 als alternatives Betriebssystem entschieden. Windows bleibt jedoch weiterhin auf der 100GB Partition drauf, da es viele Anwendungen gibt die unter Linux leider noch nicht wirklich laufen. Da ich ja nun ein Netbook hatte, habe ich mich beim Ubuntu auch gleich für den Netbook Remix entschieden! Hier ist die Menüführung extra für das kleinere Display ausgelegt. Über einen USB-Stick habe ich dann also in die zweite Partition das Linux installiert. Von den 120 freien Gigabyte gingen dabei 5GB in die swap-Partition und 115GB für das Betriebssystem. Als Dateiformat habe ich gleich das neue ext4 benutzt, der GRUB ist in Version 1.97 installiert. Dadurch kann ich bequem beim Hochfahren zwischen Windows und Linux wählen.
Nach der Installation musste ich leider feststellen das weder Maus noch Tastatur funktionierten. Dies lag an einem Fehler im BIOS, welchen man aber relativ einfach mit einem Update beheben kann. Einfach das Windows booten und dort den ASUS Updater starten. Dieser aktualisiert das BIOS und beim nächsten starten klappen dann auch Tastatur und Maus unter Ubuntu.
Das WLAN klappte auch direkt ab Start, die Verbindung flippte jedoch ständig. Dies ist auf Dauer natürlich nervig und daher gibt es auch hier einen Trick. Einfach das Terminal öffnen und dann
sudo apt-get install linux-backports-modules-wireless-karmic-generic
ausführen lassen. Nach einem Neustart klappt das dann wunderbar!
Nächste Problem war die Steuerung der Hintergrundbeleuchtung. Dies wollte auch nicht so wirklich klappen! Das Netbook änderte selbstständig und ohne erkennbaren Grund die Helligkeit. Ich habe daraufhin in der /etc/default/grub die Zeile GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT abgeändert. Bei mir sieht die nun so aus
“quiet acpi_osi=Linux acpi_backlight=vendor splash”
Nach der Änderung muss man im Terminal noch
sudo update-grub
ausführen und nach einem Neustart kann man die Beleuchtung steuern und Ubuntu ändert nur noch die Helligkeit wenn wirklich gewünscht.
Unter Windows hat das Gerät eine Akkulaufzeit von bis zu 11 Stunden! Das habe ich ausprobiert und es stimmt wirklich. Hier hat ASUS nicht zuviel versprochen! Unter Linux verkürzt sich diese Zeit leider auf 6 Stunden. Das war etwas enttäuschend aber ich glaube auch hierfür einen Trick gefunden zu haben. Über das Terminal habe ich powertop installiert:
sudo apt-get install eeepc-acpi-scripts powertop
Seit der Installation hälft der Akku deutlich länger!
Letztes Problem war dann noch das Mikrofon. Dieses funktionierte leider auch nicht! Im Terimal einfach
sudo apt-get install linux-backports-modules-alsa-karmic-generic
sudo apt-get install pavucontrol
ausführen. Nach der ersten Installation funktioniert das Mikrofon tadellos. Die zweite ist für Skype-Nutzung gedacht. Im Skype muss man unter den Geräteeinstellungen den vorderen linken Kanal auf 90% und den vorderen rechten Kanal auf 10% einstellen. Dann klappt auch das telefonieren über Skype ganz wunderbar!
Die Webcam funktioniert out-of-the-box! Beim Ubuntu Netbook Remix ist gleich das Programm Cheese dabei. Hiermit kann man die Cam dann auch gleich testen.
Mehr Probleme hatte ich mit dem Ubuntu nicht! Das hat mich wirklich gefreut, wie gut sich die Hardware-Unterstützung von Linux in den letzten Jahren verbessert hat. Ubuntu ist ein konkurrenzfähiges Produkt zu Microsoft Windows und für den Privatanwender vollkommen ausreichend.
Datenshredder für Ubuntu
0Ich habe heute einen zuverlässigen Datenshredder für mein Ubuntu 9.10 gesucht. Der Shredder soll die Dateien auch wirklich so von der Festplatte löschen, dass man selbst mit einem Recovery-Tool keine Chance hat die Daten wiederherzustellen.
Nach längerem Suchen habe ich dann verschiedene Möglichkeiten gefunden:
1. find -type f -exec shred {} \; und dann nochmal mit rm -R sämtliche Dateien löschen
oder
2. das Programm Wipe
Wipe kann man einfach über apt-get bzw. aptitude installieren und in der Konsole ausführen. Mit der Option -r kann man auch ganze Ordner löschen.
Ich habe dann einfach mal einen Testordner mit mehreren Unterverzeichnissen angelegt und mit wipe -r “Ordner” gelöscht. Das Programm überschreibt die Daten x-fach und danach bleibt nichts mehr auf der Platte davon übrig!