Unsere EURO-Bilanz

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Tja und schon ist die EURO für mich wieder beendet. Deutschland wird ja noch zweimal gewinnen dürfen, wir gucken jetzt aber nur noch aus der Ferne zu!

Die letzten Tage in Prag waren sehr entspannend. Inzwischen muss man sagen „leider“ wieder über 30 Grad. Da macht es kaum Spaß sich die Sehenswürdigkeiten dieser wunderschönen Stadt anzugucken.

Mein Fazit dieser EM ist dann eigentlich durchweg positiv! Die Menschen in Polen waren sehr nett, es gab eigentlich keine größeren Probleme. Auch sind wir und das Auto wieder heile in Deutschland angekommen. Die angedrohten Ausschreitungen der polnischen Hooligans sind ja auch weitestgehend ausgeblieben. Schade waren halt nur die überteuerten Hotelpreise und der Wucher bei den bewachten Parkplätzen. Dafür konnte man sehr, sehr günstig Essen ;)

Sehr positiv möchte ich auch noch einmal die Grenzkontrollen in die Ukraine erwähnen. Hier wurde wirklich ein guter Kompromiss gefunden. Weniger toll war die Parkplatzsuche am Stadion in Lemberg. Uns war schon ein wenig mulmig  unser Auto an einer Schnellstraße auf dem Randstreifen zu parken. Aber es ist ja zum Glück alles gutgegangen!

Es waren also durchweg schöne 3.505 km über die Straßen Osteuropas! Wir haben viele neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln können. Polen ist also definitiv eine Reise wert! Vor allem wenn irgendwann die Autobahnen wirklich fertiggestellt sind :)

Wir freuen uns jetzt schon auf die Europameisterschaft in vier Jahren, dann in Frankreich und wieder mit uns! Aktuell wird überlegt ein Wohnmobil zu mieten, aber bis dahin ist ja noch eine WM Zeit!

In diesem Sinne

Der neunte und zehnte Tag

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Wieder zwei Tage in einem Artikel zusammengefasst, da wir sehr viel im Auto verbracht haben! Von Przemysl ging es nach Katowice, der Hauptstadt des Ruhrgebietes Polens (quasi nach Dortmund :) )! Wir hatten uns hier in ein ****-Hotel eingebucht, wobei wir nur 50€ für das Zimmer zahlten. Auch in Katowice war es extrem warm! Wir hatten hier wieder Temperaturen von über 30 Grad! Nach dem Checkin sind wir in das örtliche CityCenter gefahren und haben dort zu Abend gegessen: 36cm Pizza für 7€ das Stück ;) Nach dem Essen haben wir uns dann in der Sportsbar des Hotels noch das Spiel Kroatien gegen Spanien angeschaut und dabei ein paar Bier getrunken. Also einfach mal ein entspannter Tag mit Essen, Bier und Fußball!

Am nächsten Morgen ging es dann ab nach Prag! Zuvor mussten wir auf der S1 noch eine Tankstelle finden an der wir eine 10-Tages-Vignette für die Tschechische Republik kaufen konnten – hat geklappt! Irgendwie hatten wir die Sonne im Gepäck und somit auch über 30 Grad in Prag… wir waren erst relativ spät am Hotel (gegen 18:30 Uhr) angekommen und sind daher Abends nur in ein Restaurant in der Nähe gegangen und haben was gegessen. Die Preise hier sind der Hammer! Wir haben für zwei Steaks mit Beilagen, sechs Bier und Nachtisch umgerechnet 36€ bezahlt. Das reicht in Minden nicht mal für eine Person! Für Morgen ist dann Sightseeing angesagt… schauen wir mal ob Prag seinem Ruf gerecht wird!

Der achte Tag

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Heute stand die Etappe von Warschau über Lublin nach Przemysl an der ukrainischen Grenze auf dem Programm. Wir haben für die knapp 380km insgesamt sechs Stunden benötigt! Nur Landstraße und die war auch noch schlecht ausgebaut…

Am Hotel angekommen wurde uns erst ein falsches Zimmer gegeben. Am Anfang war es ein Standard-Zimmer mit vielleicht 10 qm³ und einem kleinen Bad. Das neue Zimmer hatte dann ca. 20 qm³ und ein großes Bad mit Whirlpool-Funktion in der Badewanne ;) Leider keine Klimaanlage, die wir bei den 34 Grad draußen sehr gut gebrauchen konnten! Naja, eine Nacht werden wir schon aushalten!

Ab ins klimatisierte Auto und auf den Weg nach Lemberg gemacht. An der Grenze ca. 25 Minuten für die Kontrolle benötigt! Sehr gut gelöst zur EM. Leider ist dies halt nur eine Ausnahmeregelung und ab dem 03.07. werden die speziellen Spuren wieder aufgelöst. Große Freude auch nach dem Grenzübergang, die Straße in Richtung Lemberg war frisch asphaltiert und sehr gut zu fahren! Keine Schlaglöcher – alles top!! Gut, das mit dem Parken am Stadion hatten wir uns etwas anders vorgestellt… wir parkten direkt an der M11 einfach am Straßenrand! Das war dann der offizielle Parkplatz…

Ab zu Fuß ans Stadion ran, kurz die Einlasskontrolle, was zu trinken gekauft und auf die Plätze. Wie komisch Fußball gucken sein kann wenn man die anderen Fans auf einmal versteht und mitbekommt was die alles für einen Scheiß labbern! Irgendwie sitzen diese typischen Klugscheißer dann auch noch direkt neben einem und man kann gar nicht weghören…

Wir müssen leider zugeben das unser letztes Spiel auch das schlechteste war. Klar hat Deutschland am Ende gewonnen, aber das war schon harte Fußballkost die dort geboten wurde! Wir saßen direkt rechts neben den Dänen und haben dort die Stimmung gut mitbekommen. Nach dem 1:1 und der parallelen Führung der Niederländer gegen Portugal war dort auch alles in bester Ordnung. Das 1:1 zur Pause haben wir gar nicht wirklich mitbekommen, auf einmal führte Portugal und die Dänen waren raus. Im Stadion selber waren knapp 5.000 Dänen, 15.000 Fans der deutschen Nationalmannschaft und die restlichen 13.000 teilten sich auf Ukrainer und Polen auf. Friedlich blieb es auch bei diesem Spiel, die ganze negative Presse war also einmal mehr übertrieben. Auch die aktuellen Ermittlungen wegen eines rechtsradikalen Banners in Block der Deutschen ist nicht ganz nachvollziehbar. Wir haben (auch auf unseren Fotos) nichts dergleichen entdecken können… warten wir es mal ab!

Nach dem Spiel wieder zum Auto, kurz gewendet und ab nach Polen. Das wegkommen klappte erstaunlich gut, da noch nicht so viele Leute an den Autos waren. Nachts durch die Ukraine fahren ist auch sehr abenteuerlich, da es keine Straßenbeleuchtung gibt! Wir haben uns schon ein paar mal erschreckt, weil auf unserer Seite der Straße plötzlich ein Radfahrer ohne Licht fuhr. An der Grenze wieder knapp 20 Minuten gebraucht um wieder heile in Polen anzukommen! Wir waren dann gegen 00:30 Uhr wieder in unserem Hotel in Dwor Wapowce angekommen und versuchten dann bei immer noch an die 30 Grad ein paar Stunden Schlaf zu finden…

 

Der siebte Tag

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Strahlend blauer Himmel und 32 Grad in Warschau! Was soll man an einem so heißen Tag bloß sinnvolles machen? Wir sind in den Zoo gelaufen :)

Wie genau es in einem Zoo aussieht kann sich ja jeder vorstellen und was es dort für Tiere gibt in etwa auch. Aktuell wird im Warschauer Zoo für einen Panda gesammelt und gespart. Wir mussten pro Person 18 Zloty Eintritt bezahlen, was in etwa 4,50€ entspricht. Das ganze hat ca. drei Stunden Zeit in Anspruch genommen. Nach dem Zoo sind wir dann erst ins Hotel und vor dort aus weiter zum Stadion gefahren. Da Polen ja parallel das letzte Gruppenspiel gegen Tschechien ausgetragen hat, waren die Bahnen und Busse schon sehr voll gewesen.

Am Stadion selber war ein sehr großes Polizeiaufkommen präsent. Passieren konnte uns hier also eigentlich nicht! Leider mussten wir bei der Bullenhitze einmal um das ganze Stadion herumlaufen um zu unserem Eingang zu kommen. Nach der obligatorischen Einlasskontrolle stellten wir dann leider fest in einem Block der Russen gelandet zu sein. Neben, vor und hinter uns nur Fans Russlands… puh!

Kräfteverhältnis im Stadion selber war ähnlich verteilt wie beim Spiel der Griechen gegen Tschechien. Sehr viele Polen, viele Russen und das gleiche Häufchen Griechen wie schon in Breslau! Die Stimmung war bei den Griechen aber deutlich besser! Diese feierten trotz der Mini-Chance auf ein weiterkommen ihr Team als gäbe es kein morgen mehr! Was nach dem 1:0 für Griechenland los war kann man sich also vorstellen ;)

Das 1:0 mit dem Pausenpfiff war dann auch irgendwie der Schlusspfiff für die Russen. In der zweiten Halbzeit so gut wie kein Support des eigenen Teams mehr, nur noch die Griechen und Polen waren zu hören. Als dann das 0:1 der Polen auf der Leinwand durchgegeben wurde und die Griechen langsam realisierten das sie im Viertelfinale stehen… nicht schlecht!

Trotz des Ausscheidens der Russischen Mannschaft blieb es nach dem Spiel ruhig in Warschau. Wir haben nichts von Schlägereien oder sonstigem mitbekommen… wir hatten nach dem Spiel noch einen dreißig minütigen Fußmarsch vor uns und durften dann noch 45 Minuten auf einen Bus warten in den wir auch reinpassten! Die 80.000 Polen aus der Fanzone mussten ja auch irgendwie wieder nach Hause kommen…

Der sechste Tag

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Wie jeden Tag auch heute wieder: aufstehen, duschen, frühstücken und dann überlegen was man an diesem Tag so alles machen will. Zur Abwechslung mal kein Regen und nicht allzu viele Wolken. Wir uns also auf den Weg zur nächsten Bushaltestelle gemacht und direkt ins Zentrum von Warschau gefahren. Bei der Vielzahl an Sehenswürdigkeiten würde es schon etwas kniffelig eine passende Route zu finden. Haben wir aber trotzdem geschafft!

Startpunkt war die FanZone direkt unterhalb des 230m hohen Kulturpalastes. Hier konnte man für 20 Zloty mit dem Fahrstuhl in den 30. Stock fahren und hatte dort einen guten Ausblick über ganz Warschau! Direkt unterhalb des Kulturpalastes waren das Hard-Rock Cafe (T-Shirt gekauft!) und ein Starbucks (ordentlichen Kaffee getrunken!). Ok, kann man jetzt nicht zwingend als Sehenswürdigkeiten sehen aber immerhin, wir waren da! Weiter ging es entlang der Nowy Swiat quer durch das Zentrum Warschaus. Über das Grabmal des unbekannten Soldaten und die Sächsischen Garten ging es zum neuen Marktplatz. Hier erwartete uns ein buntes Treiben der unterschiedlichsten Fangruppen. Wie immer viele rote Fans der Polen, größere Grüppchen der Anhänger Russlands und auch einige Griechen gaben sich ein Stelldichein. Einige hundert Meter dahinter war dann der alte Marktplatz und Reste des Forts zu finden.

Wir sind dann in den dunkelsten Teil der Geschichte Deutschlands abgetaucht und haben uns die Holocaust Denkmäler angeschaut. Leider war das Denkmal an dem Willy Brandts Kniefall 1970 stattfand, hinter einem Baugerüst versteckt. Direkt nebenan entsteht ein Neubau für das Sportministerium. Vorher waren wir am ehemaligen Umschlagplatz, an den heute nur noch ein großes Mahnmal erinnert. Über das Denkmal für die Helden des Warschauer Aufstandes von 1943 ging es dann wieder zurück ins Centrum und langsam auch in Richtung Hotel. 19km Fußmarsch waren dann auch genug für einen Tag.

Auf dem Rückweg ins Hotel hatten wir dann doch tatsächlich einen Verkehrsunfall. Auf unseren Bus ist an einer Haltestelle ein Ford Transit aufgefahren. Verletzt wurde niemand, also alles halb so schlimm! Wir konnten dann nach einigen Minuten Wartezeit einfach in den nächsten Bus steigen und unsere Fahrt zum Hotel fortsetzen.

Eins können wir jetzt aber schon festhalten, Warschau muss sich vor Städten wie Hamburg, Köln oder Berlin nicht verstecken! Nach Posen und Breslau haben wir uns auf viel Schlimmeres gefasst gemacht und waren daher positiv überrascht wie schön diese Stadt doch ist! Prädikat: empfehlenswert! Nach den Berichten über die Ausschreitungen vor und nach dem Spiel Polen – Russland sind die Sicherheitsvorkehrungen wohl noch verstärkt worden. An jeder Straßenecke sind mind. zwei Polizisten zu finden. Entsprechend ruhig war auch die Lage…

Morgen geht es in den Zoo und endlich wieder zum Fußball! Schauen wir mal was sonst noch auch uns wartet! Hauptsache es bleibt rund um das Spiel Griechenland – Russland ruhig. Angeblich sollen die Hooligans auf dem Weg nach Breslau sein, um sich an den Polen zu rächen…

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